Heute früh wurde in der Tageszeitung schwarz auf weiß bestätigt, was mir gestern schon am Telefon berichtet wurde. Wolfgang K., ein Kollege aus dem Walzwerk, hat nun ebenfalls den Kampf gegen den Krebs verloren. Gerade einmal 59 Jahre alt ist er geworden.
Ich erwähne Wolfgang an dieser Stelle, weil Tanja viel mit ihm gesprochen hat, nachdem er seine Diagnose bekam. Sie hatte zu der Zeit, es muß irgendwann im Jahre 2006 oder 2007 gewesen sein, bereits zweimal erfolgreich die Hölle von Operation und Chemotherapie durchquert (1999 und 2005) und fühlte sich vollkommen gesund und fit. Die Nachsorgeuntersuchungen wurden inzwischen schon als ärgerliche Zeitverschwendung betrachtet und das Versorgungsamt kündigte an, ihren Behinderungsgrad zu reduzieren. (Das hat ihr zwar geschmeichelt, aber da eine Reduzierung auch den Wegfall einiger steuerlicher Begünstigungen zur Folge hat, hielt sich ihre Freude darüber in Grenzen).
Die Gewißheit, dem Schicksal bereits zweimal ein Schnippchen geschlagen zu haben, hatte ihr ein rundum positives Lebensgefühl beschert, das man ihr schon von weitem ansehen konnte. Sie hatte einen richtig ansteckenden Optimismus, mit dem sie auch Wolfgang infizieren und ihm viel von seiner Angst nehmen konnte.
Im August 2007 traf es Tanja dann wieder selbst. Die Krankheit hatte sich erneut bei ihr eingenistet. Sie wollte auf keinen Fall, daß Wolfgang etwas davon erfuhr, um sein Selbstvertrauen nicht zu erschüttern. Natürlich hat das nicht sehr lange funktioniert, denn es war abzusehen, daß er ihr irgendwann in der Tagesklinik begegnen würde.
Im letzten Jahr, als es Tanja schon ziemlich schlecht ging, lief er uns dann auch wirklich im Krankenhaus über den Weg. Er machte einen gesunden und zuversichtlichen Eindruck.
Nun also doch…
Laßt uns leben! Jetzt!