Sonntag, 4. Oktober 2009

Arbeitsteilung


Nachdem ich früher immer dachte, daß bei uns die Pflichten ziemlich gerecht verteilt waren, haben mich meine Singleerfahrungen eines Besseren belehrt. Die tausend kleinen Dinge, die ein Mann gern übersieht und die von einer Frau ganz selbstverständlich nebenbei erledigt werden, entwickeln sich mit der Zeit zu echten Großbaustellen.
Aber Probleme sind dazu da, sie zu lösen.
Eine sehr gute Maßnahme war z.B. das Engagement einer Bügelhilfe.
Und jetzt werde ich bei Google mal nachsehen, wozu die anderen neun Programme an unserer Waschmaschine gut sind...

Mittwoch, 23. September 2009

aus dem Leben

Gestern schrieb mir eine Blogbekanntschaft folgende Geschichte, die ich kommentarlos hier weitergeben möchte. (wer eine Übersetzung benötigt, bitte unten suchen).

Я умер почти 9 лет назад. Но я пишу вам не для того, чтобы рассказать как мне тут живется. Я пишу, чтоб рассказать вам свою историю. Историю моей большой любви.
И еще хочу сказать, что любовь не умирает.
Даже на том свете. Даже если её пытаются убить, даже если этого захотите вы. Любовь не умирает. Никогда.
Мы познакомились 31 декабря. Я собирался встречать Новый год со своей третьей женой у своих старых друзей. Моя жизнь до её появления была настолько никчемной и ненужной, что очень часто я спрашивал себя : Для чего я живу? Работа? Да, мне нравилось чем я занимался. Семья? Я очень хотел иметь детей, но у меня их не было.
Теперь я понимаю, что смысл моей жизни был - в ожидании этой встречи.
Я не хочу описывать её. Вернее, я просто не смогу описать её, чтоб вы действительно поняли, какая она. Потому, что каждая буква, каждая строчка моего письма пропитана любовью к ней и за каждую ресничку, упавшую с её печальных глаз, за каждую слезинку я готов был отдать все.
Итак, это было 31 декабря. Я сразу понял, что пропал. Если бы она пришла одна, я бы не постеснялся своей третьей супруги и подошел бы к ней в первую минуту нашей встречи. Но она была не одна. Рядом с ней был мой лучший друг. Знакомы они были всего пару недель, но из его уст я слышал о ней очень много интересного.
И вот, теперь, я увидел её. Когда робили куранты, и были произнесены тосты я подошел к окну.
От моего дыхания окно запотело и я написал: ЛЮБЛЮ.
Отошел подальше и надпись на глазах исчезла. Потом было опять застолье, тосты. К окну я вернулся через час.
Я подышал на него и увидел надпись TВОЯ.
У меня подкосились ноги, на несколько секунд остановилось дыхание...
Любовь приходит только раз. И это человек понимает сразу.

Все, что было в моей жизни до это дня - была мишура, сон, бред. Очень много слов есть этому явлению. Но жизнь моя началась именно в тот новогодний вечер, потому что я понял, я увидел в её глазах, что этот день - тоже первый день в её жизни.
Второго января мы переехали в гостиницу, и планировали купить свой маленький уголок.
У нас вошло в привычку писать друг другу на окнах записки.
Я писал ей Ты - мой сон.
Она отвечала Только не просыпайся!
Самые сокровенные желания мы оставляли на окнах в гостинице, в машине, у друзей дома. Мы были вместе ровно два месяца.
Потом меня не стало. Сейчас я прихожу к ней только когда она спит. Я сажусь к ней на кровать, я вдыхаю её запах. Я не могу плакать. Я не умею. Но я чувствую боль. Не физическую, а душевную. Все эти восемь лет она встречает Новый год одна.
Она садится у окна, наливает в бокал шампанского и плачет.
Еще я знаю, что она продолжает писать мне записки на окнах. Каждый день. Но я не могу их прочитать, потому что от моего дыхания окно не запотеет.
Прошлый новый год был необычным. Не хочу рассказывать вам секреты потусторонней жизни, но я заслужил одно желание.
Я мечтал прочитать её последнюю надпись на стекле.
И когда она заснула, я долго сидел у её кровати, я гладил её волосы, я целовал её руки... А потом подошел к окну.
Я знал, что у меня получится, я знал, что смогу увидеть её послание - и я увидел.
Она оставила для меня одно слово ОТПУСТИ
Этот Новый год будет последний, который она проведет в одиночестве. Я получил разрешение на свое последнее желание, в обмен на то, что я больше никогда не смогу к ней прийти и больше никогда её не увижу. В этот новогодний вечер, когда часы пробьют полночь, когда вокруг все будут веселиться и поздравлять друг друга, когда вся вселенная замрет в ожидании первого дыхания, первой секунды нового года, она нальет себе в бокал шампанского, пойдет к окну и увидит надпись ОТПУСКАЮ

und hier die deutsche Version:

Vor fast 9 Jahren bin ich gestorben. Aber ich schreibe Euch nicht darüber, weil Ihr wissen sollt, wie es mir hier geht. Ich schreibe, weil ich Euch meine Geschichte erzählen will. Die Geschichte meiner großen Liebe. Und weil ich außerdem noch sagen will, daß die Liebe niemals stirbt. Sogar in jener Welt nicht. Sogar, wenn man versucht, sie zu vernichten und sogar wenn Ihr selbst Euch das wünschen würdet. Die Liebe stirbt nicht. Nie.

Wir haben uns am 31. Dezember kennengelernt. Ich wollte mit meiner dritten Frau Silvester bei meinen alten Freunden feiern. Bis zu IHREM Erscheinen war mein Leben derart belanglos und unnütz, daß ich mich häufig fragte: Wofür lebe ich? Die Arbeit? Ja, mir gefiel, womit ich mich beschäftigte. Die Familie? Ich wünschte mir Kinder, hatte aber keine. Heute verstehe ich, daß der Sinn meines Lebens in der Erwartung unseres Treffens bestand.

Ich will es nicht beschreiben. Das heißt, ich kann es einfach nicht so beschreiben, daß Ihr wirklich verstehen könntet, wie es wirklich war. Weil jeder Buchstabe, jede Zeile meines Briefes von Liebe zu IHR durchtränkt ist und ich für jede Wimper, die jemals von IHREN müden Augen gefallen ist, für jede Träne bereit bin, alles zu geben.

Es war also am 31.Dezember. Ich habe sofort verstanden, daß ich verloren bin. Wenn SIE allein gekommen wäre, hätte ich gegenüber meiner dritten Frau keine Skrupel gehabt und wäre schon in er ersten Minute unseres Treffens zu IHR gegangen. Aber SIE war nicht allein. SIE war mit meinem besten Freund. Sie hatten sich erst vor ein paar Wochen kennengelernt, aber ich hatte aus seinem Munde schon viel Interesantes über SIE gehört. Und jetzt stand SIE also vor mir. Als die Glocken schlugen und die Glückwünsche zum Neuen Jahr gesprochen wurden, ging ich zum Fenster. Die Scheibe beschlug von meinem Atem und ich schrieb: ICH LIEBE DICH
Ich trat zurück und die Schrift verschwomm vor meinen Augen. Danach feierten wir weiter, brachten Toasts aus... Zum Fenster ging ich erst eine Stunde später wieder. Ich hauchte es an und erblickte den Schriftzug ICH GEHÖRE DIR.
Die Knie wurden mir weich, für einige Sekunden stockte der Atem...
Die Liebe kommt nur einmal. Und man begreift sie sofort.

Alles was es in meinem Leben bis dahin gab, war nur Tand, Schlaf, Irrsinn. Es gibt viele Ausdrücke für diesen Zustand. Mein Leben begann an eben jenem Silvesterabend, weil ich wußte- und das sah ich in IHREN Augen, daß des auch der erste Tag in IHREM Leben war.
Am zweiten Januar zogen wir ins Hotel und planten, uns eine eigene kleine Wonung zu nehmen.
Wir gewöhnten uns an, uns gegenseitig Nachrichten auf die Fenster zu schreiben. Ich schrieb IHR DU BIST MEIN TRAUM. Sie antwortete WACH NUR NICHT AUF ! . Die wunderbarsten Wünsche hinterließen wir auf den Fenstern im Hotel, im Auto, bei Freunden, zuhause.
Wir waren genau zwei Monate zusammen.
Dann gab es mich nicht mehr. Jetzt komme ich nur noch zu IHR, wenn SIE schläft. Ich setzte mich zu IHR aufs Bett und atme IHREN Geruch ein. Ich kann nicht weinen. Ich vermag es nicht. Aber ich spüre Schmerz. Keinen körperlichen, sondern seelischen. In allen zurückliegenden acht Jahren hat SIE Silvester immer allein gefeiert. SIE setzte sich ans Fenster, goß Sekt in IHR Glas und weinte. Ich weiß auch, daß SIE nicht aufhörte, mir Nachrichten ans Fenster zu schreiben. Jeden Tag. Aber ich kann sie nicht lesen, weil von meinem Atem die Scheiben nicht mehr beschlagen.
Das letzte Silvester war ungewöhnlich. Ich kann Euch die Geheimnisse meines hiesigen Lebens nicht verraten, aber ich hatte einen Wunsch frei. Ich träumte davon, IHREN letzten Wunsch auf dem Fenster lesen zu können.
Als SIE einschlief, saß ich lange auf IHREM Bett, streichelte IHR übers Haar, küßte IHRE Hände... Dann ging ich zum Fenster.
Ich wußte, daß es gelingen würde, wußte daß ich IHRE Mitteilung sehen würde... und sah sie.
SIE hatte mir geschrieben LASS MICH LOS.
Dieser Silvesterabend ist der letzte, den SIE einsam verbringen wird. Ich hatte meinen letzten Wunsch unter der Bedingung erfüllt bekommen, daß ich nie mehr zu IHR kommen und SIE niemals wieder sehen würde. An diesem Neujahrsabend, wenn die Uhren Mitternacht schlagen, ringsum alle feiern und sich alles Gute wünschen und die ganze Erde in Erwartung des ersten Atemzugs, der ersten Sekunde des neuen Jahres stillsteht, wird SIE sich Sekt ins Glas gießen, zum Fenster gehen und den Schriftzug sehen ICH LASSE DICH LOS.

Dienstag, 8. September 2009

Platz schaffen


Seit gestern ist Tanjas Shisha wieder in guten Händen. Ich habe noch viele Dinge zu verschenken, die mir zum Wegwerfen zu schade sind, da sie ihr etwas bedeutet haben.

Freitag, 14. August 2009

kurz aber herzlich


Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder Blumen zu Deinem Geburtstag. Auch wenn es an dem Ort, wo Du jetzt bist, ein wenig unpassend scheint: ein bischen Party muß sein. Kümmere Dich einfach um nichts. Wir kommen gegen 18.00 Uhr und bringen alles mit. Wir bleiben auch nicht lange. Kerzen, ein Gläschen Sekt, ein paar nette Worte und dann sind wir schon wieder verschwunden.
Wir müssen schauen, wo noch Leben ist. Aber wir haben Dich dabei. Immer!

Donnerstag, 16. Juli 2009

auf dem Vulkan getanzt?



Wir hielten das damals für ein originelles Requisit für ein Fotoshooting- das Studienobjekt unserer potentiellen Schwiegertochter.
Wenn es doch so einfach wäre, wie Stefan Trepte es sang .

Mittwoch, 8. Juli 2009

Montag, 6. Juli 2009

denk mal

Der Grabstein ist fertig. Nach einem riesigen, kräftezehrenden Endspurt konnte er am Freitagnachmittag auf seinem Fundament verankert werden und mir sind gleich zwei riesige Steine vom Herzen geplumpst: wir haben es rechtzeitig zum Jahrestag geschafft und - es ist gut geworden! (Insgeheim hatte ich doch die Befürchtung, daß meine Ideen sich als Luftnummer entpuppen könnten. Grabsteindesign ist halt nicht mein Kerngeschäft.)

Das schwierigste bei der Planung war das Weglassen. Tanja hatte für mich soviele wichtige Facetten, die ich alle gern in diesen Stein gepackt hätte, daß die Grenze zum Kitsch immer bedrohlich nahe war. Jetzt ist die Plastik (meiner Meinung nach) genau so, wie Tanja es war: schön und geheimnisvoll. Erst wenn man sich für sie interessiert, beginnt man sie zu verstehen und findet Spielraum für eigene Gedanken.

Der Grundkörper besteht aus Basaltplatten- einer der härtesten Gesteinsarten: Härte zu sich selbst war eine ihrer großen Stärken. Die Platten mit ihren unregelmäßigen Kanten verweisen auf die Vielschichtigkeit des Lebens, das auch nie glatt verläuft. In der Mitte des Steinpaketes befindet sich eine Stahlplatte aus ihrem Walzwerk, die momentan noch fast die gleiche Farbe hat wie der Basalt, aber in Kürze anfangen wird zu rosten: ein Hinweis auf die Vergänglichkeit alles Irdischen.
Die Anordnung der Platten ergibt oben eine Kerbe- den gewaltsamen Einschnitt in ihr Leben.
Links und rechts haben wir Tafeln aus uraltem Eichenholz angebracht. Aus Bewunderung für ihren Umgang mit allen Unannehmlichkeiten ihrer Krankheit habe ich sie immer mein "sibirisches Hartholz" genannt. Dieser Name hat sich auch im Freundeskreis durchgesetzt und u.a. diesem Blog zu seiner komischen Bezeichnung verholfen.

Die Dreigliedrigkeit des Denkmals entspricht der Struktur unserer Familie: Tanja als starke zentrale Figur, an der Sascha und ich unseren Halt fanden (hängen).
Das Holz ist vom Leben gezeichnet (danke Frank, daß Du Dich von dieser charismatischen Bohle getrennt hast) aber in seiner Grundsubstanz fest und unverwüstlich. Auf der rechten Tafel ist aus Glaszylindern ihr Sternbild Löwe stilisiert. Sie hatte sich mit ihrem Sternbild sehr identifiziert: die Stärke, der Mut, die Geschmeidigkeit, die sanften Pfoten, die aber auch Krallen besitzen, wenn man sie braucht... Auf meiner Festplatte schlummern Fotos aus aller Welt, auf denen sie sich mit Löwen ablichten liess (natürlich Plastiken).
Die Bohrung auf der linken Tafel ist noch eine Baustelle. Dort fehlt bislang eine Glasscheibe in der Farbe der Sterne, die die Sonne darstellen soll, mit der sie unser Leben erfüllt hat.
Im Inneren der Steinpackung verbergen sich bewegliche Elemente, die von Eingeweihten herausgezogen werden können. Darauf ist neben einem Porträt von ihr, das ich sehr mag, auch eine Lebensweisheit von ihr - in ihrer Handschrift - zu lesen. Die stilisierte Klaviatur verweist auf ihre Liebe zur Musik.
Der kleine Findling mit ihrem Namen im Vordergrund war bis zum Freitag ihr provisorischer Grabstein, der nur für den Übergang gedacht war. Es haben ihn aber inzwischen alle irgendwie ins Herz geschlossen und nun darf er liegenbleiben. Er bringt zudem eine helle Komponente ins Bild, die der Basalt nicht widerspiegelt, die für Tanja aber unbedingt zutreffend ist. Neben dem Schriftzug ist unten rechts ein Ginkgoblatt auf dem Stein angebracht, das natürlich ebenfalls einen tieferen Sinn für uns hat.
Das Wichtigste aber an diesem Denkmal, was man ihm leider nicht unbedingt ansehen kann, was aber seinen eigentlichen Wert ausmacht ist die Tatsache, daß viele Freunde, aber auch fremde Leute mit viel Freude und Herzblut daran mitgwirkt haben. Ein ganz besonderer Dank gilt Frank, der immer zur Stelle war, wenn irgendwo die Säge klemmte und der mich in einer sehr netten Art immer auf den Teppich zurückgeholt hat, wenn ich mich zu verzetteln drohte.
Ein sehr wichtiger Helfer war Tanjas Kollege Burkhard, der auf seiner CAD-Station, die eigentlich ganz andere Dinge planen soll, die Detaillösungen erarbeitet hat. Clemens war der Besorger, Sponsor und zum Steinmetzbringer der Stahlplatte und wird seinen Beitrag eigentlich für garnicht erwähnenswert halten. Es gab Steinmetze und Tischler, die sich nach anfänglicher Verständnislosigkeit sehr für uns ins Zeug gelegt haben. Tanjas Fähigkeit, Leute zu vereinen ist durch ihren Tod nicht verschwunden. Ich danke allen, auch den Nichtgenannten, für diesen Liebesbeweis.

Natürlich werden wir uns am Mittwoch versammeln, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und an sie zu denken. Ich habe namentlich nur einige Freunde eingeladen von denen ich wußte, daß sie ohnehin kommen werden. Ich möchte aber alle, die auch im letzten Jahr an der Trauerfeier teilgenommen haben, ermutigen, am 08.07. ab 17.00 bei uns vorbeizuschauen. Es wird eine Feier im Stile Tanjas werden, die eine leidenschaftliche Gastgeberin war.