Samstag, 5. Januar 2008

Mit verhaltenem Schwung in ein hoffentlich gutes neues Jahr


05. Januar 2008

Dem Bild nach zu urteilen könnte es sehr schön gewesen sein. Moskau hatte sich für das Neujahrsfest mächtig in Schale geschmissen. Leider konnten wir die Pracht nur auf einer kurzen Stippvisite im Stadtzentrum und auch nicht ganz unbeschwert geniessen. Tanja hatte während des ganzen Urlaubs mit Übelkeit zu kämpfen und konnte nichts bei sich behalten. Selbst mit dem Trinken hatte sie Probleme. Aus diesem Grund haben wir schweren Herzens die Heimreise vorverlegen müssen.
Seit gestern ist sie nun wieder in bewährten Händen im Krankenhaus in Wernigerode. Bei einer umgehend durchgeführten Ultraschalluntersuchung wurde festgestellt, daß ihr Magen prall mit Flüssigkeit gefüllt ist, die nicht abfließen kann. Diese wird momentan über eine Magensonde abgeführt. Parallel dazu hängt eine beträchtliche Menge leckerer Speisen in Beuteln und Flaschen an einem Gestänge neben ihrem Bett, die sie sich komfortabel über einen Schlauch direkt in die Blutbahn einverleibt. Der Moskautripp hat sie einige Kilogramm Körpergewicht gekostet, die nun schleunigst wieder auf die Rippen müssen.
Für mich war es immerhin beruhigend zu sehen, wie mit den ersten Nährstoffen auch die Farbe in ihr Gesicht zurückkehrte und auch die Zuversicht.
Nun wird sie über das Wochenende erstmal wieder aufgepäppelt und ab Montag werden sicherlich weitere Untersuchungen den Grund für diesen Zustand ans Tageslicht bringen. Hoffentlich ist es nichts Ernstes.

Montag, 24. Dezember 2007

Frohes Fest !


24. Dezember 2007
Der Weihnachtsstress ist endlich vorbei. Der Baum ist geschmückt und aus der Küche riecht es schon lecker. Diesen Moment, an dem die Hektik von einem abfällt, haben wir sonst schon immer besonders geschätzt und in diesem Jahr genießen wir ihn noch mehr. Zwar hat es uns bereits in den vergangenen Monaten an besinnlichen Momenten nicht gefehlt, aber zu Weihnachten bekommen die Emotionen natürlich noch zusätzliche Impulse. Die werden wir nun gemeinsam bewältigen und genießen: es ist schon erstaunlich, wie dicht Licht und Schatten beieinander liegen.
Auf jeden Fall möchten wir es nicht versäumen, allen, die uns bislang die Daumen gedrückt haben und mit Rat und Tat zur Seite standen, recht herzlich zu danken. Ihr helft uns damit außerordentlich!

Wir wünschen Euch allen frohe Feiertage und einen guten Rutsch in ein glückliches und vorallem gesundes neues Jahr 2008 !

Bis dahin wird es an dieser Stelle keine neuen Mitteilungen geben, da wir übermorgen nach Moskau starten, wo wir auch den Jahreswechsel verbringen werden. Diese Reise war schon lange geplant und Tanja hat es mithilfe Ihres Onkologen geschafft, den Therapieplan so zu gestalten, daß einerseits eine ausreichend große Pause eingelegt wurde und sie andererseits auch fit genug für den Ausflug ist.
Also bis dann! Laßt es Euch gutgehen!

Sonntag, 2. Dezember 2007

Abbenrode im Advent

02. Dezember 2007
Advent! Das klingt schon so nach Weihnachten. Bislang konnten wir uns den aufdringlichen Weihnachtsaktionen in den Geschäften noch ganz gut entziehen, aber mittlerweile haben auch die Nachbarn ringsum schon die Lichterketten und Rentierbeleuchtung scharfgeschaltet und der Kalender hat sein vorletztes Blatt abgeworfen. Nun kommen auch wir nicht mehr an den Tatsachen vorbei und werden die besinnliche Phase einläuten. Wobei wir zur Besinnung in den letzten Monaten schon ausgiebig Gelegenheit hatten. Inhalt und Bedeutung des Modewortes "Entschleunigung" haben wir eindrucksvoll erfahren. Das Wertvollste im Leben ist wirklich nicht das, was man für viel Geld im Laden oder im Internet kaufen kann. Keine Angst, weiter möchte ich dieses Thema nicht vertiefen. Schließlich seid Ihr hier vorbeigesurft, weil Ihr wissen wollt, was es neues von Tanja gibt.
Die Tage seit dem letzten Eintrag hier haben uns wieder ein Wechselbad der Gefühle beschert. Nachdem wir uns über die positiven Untersuchungsergebnisse lange genug gefreut hatten, wurde Tanja zunächst von einem heftigen Brechdurchfall geplagt, der ihrem angeschlagenen Organismus ziemlich zusetzte und ihrem inzwischen schon stark reduzierten Körpergewicht zusätzlich noch einige Kilos raubte. Fast übergangslos fing danach der Tumor wieder an zu bluten, was einen kurzzeitigen Krankenhausaufenthalt erforderlich machte. Die Blutung wurde erfolgreich gebeamert und mit ein paar Blutkonserven, Vitaminen und anderen Köstlichkeiten wurde ihr Akku wieder etwas aufgeladen. Da sie nun schonmal im Krankenhaus war, wurden auch gleich alle Untersuchungen durchgeführt, die eigentlich erst im Dezember geplant waren. Dabei kam sie auch gleich in den Genuß des neuen Computertomographen, mit dessen Anschaffung sich das Harzklinikum erst wenige Tage vorher in der Zeitung gebrüstet hatte.
Als Quintessenz dieser Untersuchungen wurde festgestellt, daß die Wirksamkeit der bisherigen Therapie doch nicht ganz zufriedenstellend ist und es wurde eine neue Medikamentenkombination festgelegt. Nun ist es die Antikörpermethode, auf die wir nach unserem Besuch des Darmkrebsforums in Dessau soviel Hoffnung gelegt hatten. Damit sollten wir dem kleinen, hässlichen Parasiten aber nun endlich die Flötentöne beibringen!!
Den Beipackzettel zur Therapie gab es diesmal in Heftform. Es klingt nicht lecker, was uns da jetzt bevorsteht. Das Medikament beeinträchtigt u.a. auch die Regenerationsfähigkeit der Haut. Es wurden verschiedene Phasen von der Aknebildung bis zur Entstehung einer trockenen, empfindlichen neuen Haut angekündigt, die nicht nur beim Waschen eine ständige besondere Behandlung benötigt. Das Gute im Schlechten: die Heftigkeit der äußerlichen Wirkung ist Indikator für die Effektivität der gewünschten Wirkung am Tumor. Und: wenn das Medikament abgesetzt wird, kann sich auch die Haut wieder regenerieren.
Trotzdem werden wir uns die Weihnachtstage nicht von trübsinnigen Gedanken vermiesen lassen. Obwohl wir, wie eingangs erwähnt, keine ausgesprochenen Weihnachtsfans sind, versuchen wir doch, diesen ungemütlichen, langen, dunklen Dezembertagen das Beste abzugewinnen. Als frischgebackene Kaminbesitzer, haben wir die Gemütlichkeit, die diese Heizquelle ausstrahlt, schon sehr schätzen gelernt. Dazu eine schöne Tasse Tee und ein Stück Stolle- da kann es draußen garnicht eklig genug sein.

Montag, 19. November 2007

Novembernews

19. November 2007
Hier ist es in der letzten Zeit etwas ruhig gewesen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen haben wir uns etwas beruhigt. Die Zeit der hektischen Internetrecherchen und Suche nach Wundermitteln ist vorbei. Wir haben gelernt, die Krankheit als Tatsache, vor der man sich nicht verstecken kann, zu akzeptieren. Wir wissen Tanja in bester medizinischer Obhut und können sicher sein, daß wirklich alle Register gezogen werden, um ihr zu helfen. Das heißt natürlich nicht, daß wir alle Initiativen aus der Hand gegeben hätten. Wir sind nach wie vor hellwach und verfolgen alle uns zur Verfügung stehenden Informationskanäle. Wir tun das inzwischen aber wesentlich gelassener.
Zum anderen mußten wir leider feststellen, daß die doch recht persönlichen Informationen auf dieser Seite hier von Leuten gelesen und sogar ausgedruckt und herumgereicht wurden, für die sie überhaupt nicht gedacht waren. Tanja wollte den Blog aus diesem Grund vollkommen einstellen. Ich denke aber, daß diese Zeilen ausreichen sollten, vor unserer Situation den nötigen Respekt aufzubringen. Es wäre schade, wenn wir diesen Informationsweg aufgeben müßten.

An Tanjas Zustand hat sich seit dem letzten Eintrag nicht viel verändert. Sie ist energiegeladen und lebensfroh. Die Arbeit macht ihr Spaß, auch wenn es sie manchmal doch etwas anstrengt. Sie ist sehr erleichtert und froh darüber, wie ihre Kollegen sich um sie sorgen und ihr den Wiedereinstieg erleichtern. Dafür auch von mir einen großen Dank! Wir wissen, daß das keine Selbstverständlichkeit ist.

Montag, 8. Oktober 2007

...und wieder ein neues Kalenderblatt

08. Oktober 2007
Seit einer Woche zählt sich Tanja nun wieder zum Kreis der Werktätigen. Es war garnicht so leicht, sich wieder daran zu gewöhnen, daß um 6.00 Uhr der Wecker klingelt. Aber dieses kleine Übel nimmt sie gern in Kauf, denn die Arbeit gibt ihr moralisch vielAuftrieb. Jeden Tag erzählt sie begeistert, wie rührend sie von ihren Kollegen wieder aufgenommen wurde und wie sie sich bemühen, sie nicht zu überfordern. Auch den ganzen Werks- und Stadtklatsch hat sie nun wieder brühwarm. Es ist sehr schön, wieder so normal zu leben.
Die Chemotherapie verträgt sie weiterhin recht gut. Nur die Tage, an denen sie die Infusionen bekommt, sind sehr belastend. Aber auch diese Strapazen sieht man ihr am Folgetag schon nicht mehr an.
Von lieben Freunden (die momentan wahrscheinlich sauer sind, weil wir uns noch nicht gemeldet haben) bekamen wir den Hinweis, daß es auch in Wernigerode eine Ärztin gibt, die mit der Prognosmethode arbeitet. Das wäre natürlich eine gute Alternative zu der langen Fahrt Richtung Fulda. Wir werden uns dort unbedingt einen Termin besorgen.
Jetzt freuen wir uns aber erstmal auf etwas Erholung. Am Sonntag werden wir für ein paar Tage an die Ostsee fahren - für einen längeren Urlaub ist in diesem Jahr aufgrund der Chemo leider keine Zeit.

26. Oktober 2007
Nun ist die Pause seit dem letzten Eintrag doch länger geworden als geplant. Wir haben es geschafft, das Thema Krankheit im Urlaub sehr gut auszublenden und haben uns ausgezeichnet erholt. Wir hatten wunderbares Herbstwetter mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen und haben die Gegend um Bansin mit dem Fahrrad und zu Fuß ausgiebig erkundet. Unser Hotel hatte eine sehr gute Küche und eine schöne Sauna-(Wellness)-Landschaft, so daß auch von dieser Seite alles passte.
Seit Montag müssen wir uns nun aber doch wieder um Tanjas Gesundheit kümmern. Es standen einige Untersuchungen und der nächste Therapietermin auf dem Plan.
Über die Untersuchungsergebnisse haben wir uns riesig gefreut. Sowohl bei der Gastroskopie, wie auch beim Ultraschall wurde festgestellt, daß der Tumor seit der letzten Kontrolle nicht mehr gewachsen ist. Es könnte sein, daß er sogar etwas kleiner geworden ist. Diese Einschätzung der Ärzte war aber rein subjektiv, da beide Verfahren keine genaue Vermessung beinhalten. Zumindest geht aber der Trend in die richtige Richtung und wir haben jetzt die Bestätigung, daß die Chemotherapie wirkt.

Mittwoch, 26. September 2007

Fortsetzung (September)

26. September 2007
Eigentlich ist nicht viel passiert, aber da ich versprochen hatte, aktuell zu bleiben, werde ich das auch tun.
Nachdem die Frankfurter Hoffnungen zerstoben waren, haben wir erstmal ein Fitneßprogramm durchgezogen. Der herrliche Altweibersommer des vergangenen Wochenendes kam wie gerufen. Wir haben uns alleTage im Harz getummelt, sind gewandert und waren mit dem Rad unterwegs. Tanjas Kondition hat sich schon wieder enorm verbessert. Vor ein paar Wochen war sie nach kurzen Spaziergängen immer schon total erschöpft. Leider kann man von außen nicht sehen, wie sich der Tumor entwickelt hat, aber an einem derart gestärkten Immunsystem sollte er sich die Zähne ausbeißen, zumal er ja auch immer noch eins mit der chemischen Keule auf die Mütze bekommt. Morgen ist der aktuelle Therapiezyklus ersteinmal beendet und ihr Organismus kann sich davon erholen. Eigentlich verträgt sie die Chemo recht gut. Etwas problematisch sind die von der Therapie ausgetrockneten Schleimhäute und ständige Durchfälle.
Für die nächsten Tage haben wir einen Ausflug nach Fulda geplant. Dort habe ich über Internetrecherchen einen Heilpraktiker gefunden. In unserem tiefsten Innern sind wir zwar noch etwas skeptisch, aber im schlechtesten Fall wird es eine Kaffeefahrt. Wir wollen jedenfalls nichts unversucht lassen.
An dieser Stelle möchte ich die trockene Berichterstattung wieder mit ein paar Fotos aufpeppen. Euch gegenüber bin ich ja in der glücklichen Lage, mich täglich über meine hübsche Frau freuen zu dürfen. Hier nun für Euch auch mal ein kurzer Blick:


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... und nach diesen Bildern wird es Euch sicher auch nicht mehr wundern, daß sie fest vorhat, ab Oktober (zumindest stundenweise) wieder arbeiten zu gehen.


29. September 2007
Nun sind wir also wieder im sonnigen Abbenrode (auch wenn der Regen schon seit Tagen ohne Unterlass strömt) . Der Ausflug nach Fulda drohte im ersten Moment wirklich, eine Kaffeefahrt zu werden. Ich schrieb ja schon, daß wir ziemlich skeptisch waren und der "Therapieansatz" verstärkte unsere Unsicherheit noch. Irgendwie waren wir froh, als die Sitzung vorbei war. (Wen es näher interessiert, worauf wir bereit waren uns einzulassen, kann hier nachlesen).
Der Rest des Tages verlief jedoch mehr als angenehm. Wir hatten uns für die Nacht bei Conni und Bernhard einquartiert und verbrachten vorher noch einen sehr schönen Abend beim Italiener. Da die beiden als Arzt bzw. Pharmareferentin vom Fach sind, haben wir natürlich die Krankengeschichte ausgiebig diskutiert und nach Lösungswegen gesucht. Letztendlich griffen wir eine Idee von Conni auf, die am Vortag in einer Arztpraxis zu tun hatte, wo die Prognosmethode angewandt wird. Am Freitag fuhren wir auf Verdacht zu diesem Arzt und hatten Glück, auch gleich an die Reihe zu kommen. Hier war Tanja sofort in ihrem Element: sie wurde an einen Computer angeschlossen, es wurden Messreihen durchgeführt und am Ende kamen Graphiken heraus, von denen man etwas ablesen konnte. Da zu allem der Arzt auch noch einen kompetenten und sympathischen Eindruck erweckte, sind wir sicher, mit diesem Verfahren die richtigen Hebel zu ziehen, um das körpereigene Immunsystem gezielt zu stärken und den Krebs auf diese Art zu besiegen. Natürlich ist das eine Ergänzung zur Chemotherapie. Die klassische Schulmedizin ist wie uns nach wie vor die wichtigste Säule der Behandlung.

Mittwoch, 5. September 2007

Gleiches Thema neuer Monat

05. September 2007
Ich habe mal den Kalender umgeblättert, damit man nicht jedesmal soweit scrollen muß.

Gerade kommen wir von einem kleinen Abendspaziergang zurück. Ich habe ein paar Fotos gemacht und überlege gerade, ob ich sie hier wirklich veröffentlichen sollte. Die Bilder passen garnicht zu den vorangegangenen Texten. Tanja sieht blendend aus und fühlt sich auch so. Wenn das kein gutes Zeichen ist!? Sie ist wirklich eine Kämpfernatur !


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09. September 2007
Hinter uns liegt ein anstrengendes aber gleichzeitig auch schönes und interessantes Wochenende.
Neben angenehmen Stunden im Kreise netter Freunde war das wohl wichtigste Ereignis der Besuch des Darmkrebsforums am Sonnabend in Dessau. Neben vielen interessanten Vorträgen zur Darmkrebsvorsorge, für die es ja leider zu spät ist, erfuhren wir interessante Therapiemöglichkeiten. Wir konnten auch zwei sehr interessante Gespräche führen- mit Prof. Dr. Seufferlein vom Uniklinikum Ulm und mit Dr. Arnold von der Uniklinik Halle, die offenbar mit der sogenannten Antikörpermethode schon einige Erfahrungen haben. Als äußerst wertvoll empfanden wir den Hinweis, uns an Prof. Bechstein in der Uniklink Frankfurt /a.M. zu wenden, um eine weitere Meinung zur Operabilität des Tumors zu erhalten. Aber wenn auch der momentan keine Chance dafür sehen sollte, wurde uns mit der Antikörpermethode wieder viel Mut gemacht. Morgen will Tanja mit ihrem behandelnden Onkologen diesbezüglich sprechen. Sie fühlt sich bei ihm in sehr guten Händen und schätzt die Vorzüge des Harzklinikums. Es wäre schön, wenn er bereit wäre, diese Therapie durchzuführen.
Ein weiterer Umstand hat unsere Fahrt nach Dessau zu einen gelungenen Tag werden lassen: Sascha kam extra aus Leipzig und leistete uns Gesellschaft bei diesem schwierigen Thema. Im Ansschluß sind wir noch durch die schönen Dessauer Parks geschlendert.

15. September 2007
Die Fahrt nach Dessau liegt nun schon wieder eine ganze Woche zurück. Wir haben in diesen Tagen Einiges erreicht und hoffen, daß es nun endlich vorwärts geht.
Zunächst nahmen wir Kontakt mit der Uniklink Frankfurt auf. Dank der Tips von Dr. Arnold haben wir es wirklich geschafft, kurzfristig einen Termin bei Prof.Bechstein zu bekommen. Übermorgen ist es soweit. Wir haben vorab alle Untersuchungsergebnisse, CT-Bilder etc. nach Frankfurt geschickt. Der Professor wird sich am Montag morgen alles anschauen und wenn es eine Chance gibt, werden wir uns sofort ins Auto setzen und zu ihm fahren. Das wäre natürlich ein Riesenschritt für uns. Aber wir müssen auch eine negative Auskunft einkalkulieren. Dann bleibt vorerst nur die Chemotherapie.
Eine etwaige Anwendung der Antikörpermethode hat sich inzwischen etwas relativiert. Tanjas Onkologe, Herr Dr.Wilhelm hat mit Dr. Arnold telefoniert und es scheint so, daß diese Methode doch nicht in Frage kommt. Wir finden es jedoch beruhigend, daß wir durch unsere Initiative Herrn Dr.Arnold mit ins Boot bekommen haben, der auch weiterhin Unterstützung zugesagt hat. Vielleicht gibt es ja doch noch Maßnahmen...
Gott sei Dank geht es Tanja bei allem immer noch gut. Dr. Wilhelm schreibt in seinem Brief an Prof. Bechstein sogar von einem "exzellenten Allgemeinzustand".

17. September 2007
Gerade kam der Anruf aus Frankfurt. Fast schon standardmäßig gabe es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte- auch Prof. Bechstein kann die OP nicht durchführen. Es wurde aber angeboten, Tanja einen Stent in den Zwölffingerdarm einzusetzen, um die Blutungsgefahr dauerhaft zu beseitigen. Uns war bislang garnicht bewußt, daß diese Gefahr so groß ist. Wir werden uns mit unseren Ärzten hier dazu beraten. Darüberhinaus wurde empfohlen, den Embolisationsversuch in Frankfurt nocheinmal zu wiederholen. Das ist natürlich sehr interessant für uns. Das Ergebnis des Versuches in Magdeburg liegt ja in Frankfurt vor und wenn daraufhin trotzdem noch einmal nachgeschaut werden soll, gibt es da vielleicht doch noch eine Chance.
Für heute ist die Fahrt nach Frankfurt jedenfalls ersteinmal abgeblasen. Bei dem schönen Wetter gibt es genügend Alternativen, den Tag angenehmer zu verbringen als im Auto. Die Aktion mit dem Stent und der Embolisation ist für kommenden Montag angesetzt (sofern uns die Ärtzte hier davon nicht abraten). Bis dahin müssen wir Tanjas Blutwerte wieder in den grünen Bereich bringen, da diese durch die laufende Chemotherapie doch beeinträchtigt sind.
Auf gehts!

20. September 2007
Und wieder gab es neue Nachrichten aus Frankfurt. Zuerst die Gute: Dr. Dudek, der in Magdeburg die Embolisation versucht hatte, braucht sich vor dem Frankfurter Spezialisten nicht zu verstecken. Er hat so gute Arbeit geleistet, daß man es in Frankfurt nicht besser machen kann. Und das war auch schon die schlechte Nachricht: diesen Weg brauchen wir vorerst nicht weiter zu verfolgen. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Nun müssen wir unser Augenmerk wieder mehr auf die Chemotherapie richten und auf diesem Gebiet nach Alternativen suchen.
Tanja ist bei alldem bewundernswert cool. Sie hat die unerschütterliche Zuversicht, daß alles gut wird-und mit dieser Einstellung wird es das auch werden. ( Im Moment steht sie gut gelaunt am Herd und brät Leber - es ist nach 20.00 Uhr !! Sie konnte im Laden nicht daran vorbeigehen ...)
Ich hätte ja noch ein paar Sätze- aber jetzt muß ich zu Tisch- sonst gibt es Ärger :-))