Die Beerdigung findet am Freitag, den 11. Juli 2008 um 11.00 Uhr auf dem städtischen Friedhof in Wernigerode (OT Hasserode) statt.
(Anfahrt)
Mittwoch, 9. Juli 2008
Dienstag, 8. Juli 2008
Sie hat jeden Raum mit Sonne geflutet ...
Sonntag, 29. Juni 2008
Aktuelles vom Hartholz
29. Juni 2008
Da ich weiß, daß man verunsichert wird, wenn sich auf dieser Seite lange nichts tut, will ich einen kurzen Lagebericht geben:
Ob und wie sich Tanjas Zustand verändert hat, kann ich eigentlich kaum einschätzen. Nachdem sie in den letzten Wochen immer wieder über starke Rückenschmerzen klagte, haben wir in Absprache mit den Ärzten die Morphiumgaben seit Freitag wieder erhöht. Nun ist sie (bis auf kurze Einzelfälle) wenigstens schmerzfrei. Der Preis dafür ist ständige Müdigkeit, was ihr eigentlich ziemlich gegen den Strich geht. Doch Schmerzen wollen wir nicht mehr riskieren.
Gleichzeitig ist sie wieder um mehr Selbstständigkeit bemüht. Hat sie es in der letzten Zeit sehr genossen, sich von uns bemuttern zu lassen, so will sie jetzt viele Dinge wieder allein erledigen. Oftmals reicht jedoch die Kraft nicht aus und zu ihrem Verdruß muß sie dann um Hilfe rufen.
Verzweifelt versucht sie, durch körperliche Betätigung den Kräfteverfall aufzuhalten. Dabei treiben ihr kleinere Rundgänge durch den Garten dicke Schweißtropfen auf die Stirn und der Aufstieg zum Schlafzimmer im Obergeschoß gestaltet sich zur sportlichen Höchstleistung.
Sie hätte es so sehr verdient, wieder gesund zu werden...
Da ich weiß, daß man verunsichert wird, wenn sich auf dieser Seite lange nichts tut, will ich einen kurzen Lagebericht geben:
Ob und wie sich Tanjas Zustand verändert hat, kann ich eigentlich kaum einschätzen. Nachdem sie in den letzten Wochen immer wieder über starke Rückenschmerzen klagte, haben wir in Absprache mit den Ärzten die Morphiumgaben seit Freitag wieder erhöht. Nun ist sie (bis auf kurze Einzelfälle) wenigstens schmerzfrei. Der Preis dafür ist ständige Müdigkeit, was ihr eigentlich ziemlich gegen den Strich geht. Doch Schmerzen wollen wir nicht mehr riskieren.
Gleichzeitig ist sie wieder um mehr Selbstständigkeit bemüht. Hat sie es in der letzten Zeit sehr genossen, sich von uns bemuttern zu lassen, so will sie jetzt viele Dinge wieder allein erledigen. Oftmals reicht jedoch die Kraft nicht aus und zu ihrem Verdruß muß sie dann um Hilfe rufen.
Verzweifelt versucht sie, durch körperliche Betätigung den Kräfteverfall aufzuhalten. Dabei treiben ihr kleinere Rundgänge durch den Garten dicke Schweißtropfen auf die Stirn und der Aufstieg zum Schlafzimmer im Obergeschoß gestaltet sich zur sportlichen Höchstleistung.
Sie hätte es so sehr verdient, wieder gesund zu werden...
Dienstag, 17. Juni 2008
Wasserstandsmeldung
17. Juni 2008
Nun ist es schon zwei Wochen her, daß wir das Krankenhaus verlassen haben und langsam haben wir etwas Routine in die häuslichen Abläufe gebracht. Man darf sich darunter allerdings nicht vorstellen, daß die Tage exakt nach Fahrplan ablaufen. Dazu ist Tanjas Zustand zu großen Schwankungen unterworfen.
Im Wesentlichen hat sie sich (meiner Meinung nach) stabilisiert. Sie hat an Gewicht zugenommen und eine gesündere Gesichtsfarbe. Problematisch ist nach wie vor die Flüssigkeitsabfuhr durch die Magensonde, da diese ständig verstopft. Eine Blutuntersuchung in der letzten Woche hat zu einer größeren Transfusion geführt. Es war uns vorher schon aufgefallen, daß sie ohne ersichtlichen Grund immer kraftloser wurde. Das ist nun wieder in Ordnung.
Ein weiteres Novum sind Flüssigkeitsstaus in den Beinen. Vielleicht waren die anfänglichen Elektrolytmengen nach ihrer Trockenphase letztendlich doch etwas hoch. Die Ärzte haben sie jetzt etwas reduziert und zusätzlich ein Entwässerungsmittel verordnet. Stundenlange Fußmassagen durch ihre Mutter haben auch hier die Lage schon etwas entschärft.
Ungeachtet all dieser Widrigkeiten des Alltags schafft es Tanja immer noch, ihrer Lage viel Positives abzugewinnen und freut sich, mit uns zusammen zuhause sein zu können. Die zahlreichen Besuche von Verwandten, Freunden und Kollegen haben sie zwar hin und wieder etwas erschöpft, aber sie haben ihr auch gut getan und sie hat sie genossen.
Wir sind von der großen Anteilnahme und Hilfsbereitschaft sehr berührt und möchten uns ganz herzlich dafür bedanken. Es hilft uns sehr, mit der Situation fertigzuwerden.
Nun ist es schon zwei Wochen her, daß wir das Krankenhaus verlassen haben und langsam haben wir etwas Routine in die häuslichen Abläufe gebracht. Man darf sich darunter allerdings nicht vorstellen, daß die Tage exakt nach Fahrplan ablaufen. Dazu ist Tanjas Zustand zu großen Schwankungen unterworfen.
Im Wesentlichen hat sie sich (meiner Meinung nach) stabilisiert. Sie hat an Gewicht zugenommen und eine gesündere Gesichtsfarbe. Problematisch ist nach wie vor die Flüssigkeitsabfuhr durch die Magensonde, da diese ständig verstopft. Eine Blutuntersuchung in der letzten Woche hat zu einer größeren Transfusion geführt. Es war uns vorher schon aufgefallen, daß sie ohne ersichtlichen Grund immer kraftloser wurde. Das ist nun wieder in Ordnung.
Ein weiteres Novum sind Flüssigkeitsstaus in den Beinen. Vielleicht waren die anfänglichen Elektrolytmengen nach ihrer Trockenphase letztendlich doch etwas hoch. Die Ärzte haben sie jetzt etwas reduziert und zusätzlich ein Entwässerungsmittel verordnet. Stundenlange Fußmassagen durch ihre Mutter haben auch hier die Lage schon etwas entschärft.
Ungeachtet all dieser Widrigkeiten des Alltags schafft es Tanja immer noch, ihrer Lage viel Positives abzugewinnen und freut sich, mit uns zusammen zuhause sein zu können. Die zahlreichen Besuche von Verwandten, Freunden und Kollegen haben sie zwar hin und wieder etwas erschöpft, aber sie haben ihr auch gut getan und sie hat sie genossen.
Wir sind von der großen Anteilnahme und Hilfsbereitschaft sehr berührt und möchten uns ganz herzlich dafür bedanken. Es hilft uns sehr, mit der Situation fertigzuwerden.
Donnerstag, 5. Juni 2008
wieder zuhause
05. Juni 2008
Wie die vielen Anrufe beweisen, hat sich die Nachricht von Tanjas Entlassung aus dem Krankenhaus bereits (zumindest regional) herumgesprochen.
Nachdem wir zum Ablauf des Wochenendes wieder einigermaßen klar denken konnten, haben wir natürlich überlegt, wie es nun weitergehen soll. Einerseits fühlten wir uns im Krankenhaus sehr sicher, da auf Knopfdruck jederzeit sofort Hilfe angefordert werden konnte, andererseits empfanden wir die Situation aber auch als belastend. Eine Palliativstation ist kein Wellnesstempel und ein Einzelzimmer dort kein VIP-Privileg. Durch die Abläufe auf der Station gab es kaum längere Ruhepausen und neben unserem Kummer waren wir inzwischen auch physisch schon etwas erschöpft.
Deshalb waren wir am Montag sehr erfreut, daß die Ärzte sofort unsere Bemühungen unterstützten, Tanja zu Hause selbst pflegen zu wollen. Mit den nötigen Instruktionen und Utensilien versorgt, durften wir am Dienstag die Heimreise antreten.
Für Tanja hätte es keine schönere Nachricht geben können.
Heute ist nun schon unser dritter Tag zuhause und langsam bekommen wir wieder etwas System in den Tagesablauf. Die erste Zeit war von einiger Hektik gekennzeichnet. Unser Wohnzimmer glich der Unfallstelle eines Pharmazietransporters: überall Medikamente, Verbandszeug, Infusionszubehör und nie fand man das, was gerade benötigt wurde. Dazu nahm uns auch Tanjas Bedürfnis nach permanentem Flüssigkeitsbedarf stark in Anspruch. Nach unseren Hochrechnungen hat sie täglich zwischen 30 - 40 Litern getrunken. Diese Mengen wollen ersteinmal bewältigt sein. Das größte Problem war dabei, daß andauernd die Magensonde verstopfte und wir sie dann sehr mühselig und für Tanja unangenehm freispülen mußten.
Selbstkritisch müssen wir eingestehen, daß wir eine Mitschuld an ihren neuerlichen Strapazen haben. Unser Mißtrauen gegenüber den regelmäßigen Morphiumspritzen im Krankenhaus hatte die Ärzte dazu bewogen, einen Versuch nur mit Schmerzpflastern zuzulassen. Das scheint jedoch nicht zu funktionieren und wir sind inzwischen wieder auf turnusmäßige Injektionen umgestiegen. Die Dosierung ist noch nicht sehr hoch (soweit wir etwas davon verstehen) und Tanja ist bei klarem Verstand, scheint aber den Druckschmerz nicht zu bemerken, den die nach wie vor auftretenden Sondenverstopfungen bewirken.
Gestern ist nun auch ihre Mutter bei uns eingetroffen, der die deutsche Botschaft in Moskau, trotz des dringenden Faxes aus dem Krankenhaus, die vorfristige Einreise nicht genehmigt hat.
Der Blick aus dem Fenster zeigt im Moment eigentlich ein schönes Bild. Tanja liegt eingemummelt unter dem Kirschbaum auf dem Schaukelbett, das ich ihr zum Hochzeitstag geschenkt habe und freut sich über unsere Nähe und ihr schönes Zuhause.
Ich denke, wir hätten keine bessere Entscheidung treffen können.
An dieser Stelle ein kleiner Hinweis an alle, die das Bedürfnis haben, sie anzurufen bzw. zu besuchen: Tanja freut sich nach wie vor über jegliche Kontaktaufnahme und auch wir möchten Euch darin bestärken, sie spüren zu lassen, daß sie dazugehört. Eine ihrer Stärken, niemals Schwäche zu zeigen ist dabei jedoch nun zu einem Problem geworden. Sie hat eine derartige Selbstbeherrschung und Ausstrahlung, die schnell vergessen lassen, wie krank sie ist. Sie scherzt und plaudert wie immer und hat aber noch nicht wieder die alte Kraft dazu. Solltet Ihr also mit ihr sprechen bzw. sie besuchen wollen, so tut das unbedingt - aber dehnt diese Gespräche nicht so lange aus. Eine telefonische Nachfrage, ob Besuch möglich ist, halte ich für sehr sinnvoll, wobei Ihr aber auch einkalkulieren müßt, daß sie evtl. gerade schläft, wenn Ihr dann hier seid. Es wird deswegen trotzdem niemandem die Tür vor der Nase zugeschlagen. Wenn Ihr genügend Zeit mitbringt, können wir gerne solange schwatzen, bis sie aufwacht. Meist dauert das nicht sehr lange.
Natürlich hoffen wir, daß sie wieder genügend Kraft sammelt, um diese "Besuchsregeln" nicht lange aufrechterhalten zu müssen.
Wie die vielen Anrufe beweisen, hat sich die Nachricht von Tanjas Entlassung aus dem Krankenhaus bereits (zumindest regional) herumgesprochen.
Nachdem wir zum Ablauf des Wochenendes wieder einigermaßen klar denken konnten, haben wir natürlich überlegt, wie es nun weitergehen soll. Einerseits fühlten wir uns im Krankenhaus sehr sicher, da auf Knopfdruck jederzeit sofort Hilfe angefordert werden konnte, andererseits empfanden wir die Situation aber auch als belastend. Eine Palliativstation ist kein Wellnesstempel und ein Einzelzimmer dort kein VIP-Privileg. Durch die Abläufe auf der Station gab es kaum längere Ruhepausen und neben unserem Kummer waren wir inzwischen auch physisch schon etwas erschöpft.
Deshalb waren wir am Montag sehr erfreut, daß die Ärzte sofort unsere Bemühungen unterstützten, Tanja zu Hause selbst pflegen zu wollen. Mit den nötigen Instruktionen und Utensilien versorgt, durften wir am Dienstag die Heimreise antreten.
Für Tanja hätte es keine schönere Nachricht geben können.
Heute ist nun schon unser dritter Tag zuhause und langsam bekommen wir wieder etwas System in den Tagesablauf. Die erste Zeit war von einiger Hektik gekennzeichnet. Unser Wohnzimmer glich der Unfallstelle eines Pharmazietransporters: überall Medikamente, Verbandszeug, Infusionszubehör und nie fand man das, was gerade benötigt wurde. Dazu nahm uns auch Tanjas Bedürfnis nach permanentem Flüssigkeitsbedarf stark in Anspruch. Nach unseren Hochrechnungen hat sie täglich zwischen 30 - 40 Litern getrunken. Diese Mengen wollen ersteinmal bewältigt sein. Das größte Problem war dabei, daß andauernd die Magensonde verstopfte und wir sie dann sehr mühselig und für Tanja unangenehm freispülen mußten.
Selbstkritisch müssen wir eingestehen, daß wir eine Mitschuld an ihren neuerlichen Strapazen haben. Unser Mißtrauen gegenüber den regelmäßigen Morphiumspritzen im Krankenhaus hatte die Ärzte dazu bewogen, einen Versuch nur mit Schmerzpflastern zuzulassen. Das scheint jedoch nicht zu funktionieren und wir sind inzwischen wieder auf turnusmäßige Injektionen umgestiegen. Die Dosierung ist noch nicht sehr hoch (soweit wir etwas davon verstehen) und Tanja ist bei klarem Verstand, scheint aber den Druckschmerz nicht zu bemerken, den die nach wie vor auftretenden Sondenverstopfungen bewirken.
Gestern ist nun auch ihre Mutter bei uns eingetroffen, der die deutsche Botschaft in Moskau, trotz des dringenden Faxes aus dem Krankenhaus, die vorfristige Einreise nicht genehmigt hat.
Der Blick aus dem Fenster zeigt im Moment eigentlich ein schönes Bild. Tanja liegt eingemummelt unter dem Kirschbaum auf dem Schaukelbett, das ich ihr zum Hochzeitstag geschenkt habe und freut sich über unsere Nähe und ihr schönes Zuhause.
Ich denke, wir hätten keine bessere Entscheidung treffen können.
An dieser Stelle ein kleiner Hinweis an alle, die das Bedürfnis haben, sie anzurufen bzw. zu besuchen: Tanja freut sich nach wie vor über jegliche Kontaktaufnahme und auch wir möchten Euch darin bestärken, sie spüren zu lassen, daß sie dazugehört. Eine ihrer Stärken, niemals Schwäche zu zeigen ist dabei jedoch nun zu einem Problem geworden. Sie hat eine derartige Selbstbeherrschung und Ausstrahlung, die schnell vergessen lassen, wie krank sie ist. Sie scherzt und plaudert wie immer und hat aber noch nicht wieder die alte Kraft dazu. Solltet Ihr also mit ihr sprechen bzw. sie besuchen wollen, so tut das unbedingt - aber dehnt diese Gespräche nicht so lange aus. Eine telefonische Nachfrage, ob Besuch möglich ist, halte ich für sehr sinnvoll, wobei Ihr aber auch einkalkulieren müßt, daß sie evtl. gerade schläft, wenn Ihr dann hier seid. Es wird deswegen trotzdem niemandem die Tür vor der Nase zugeschlagen. Wenn Ihr genügend Zeit mitbringt, können wir gerne solange schwatzen, bis sie aufwacht. Meist dauert das nicht sehr lange.
Natürlich hoffen wir, daß sie wieder genügend Kraft sammelt, um diese "Besuchsregeln" nicht lange aufrechterhalten zu müssen.
Samstag, 31. Mai 2008
SOS
31. Mai 2008
Liebe Freunde, es wird ernst. Den lockeren Tonfall der vorangegangenen Einträge werde ich nicht länger durchhalten. Gestern hat sich unsere Situation dramatisch verändert. Bei der morgendlichen Visite wurde die Tür geschlossen und die ganze bittere Wahrheit verkündet. Tanja ist auf der Zielgeraden. Es können ihr jetzt nur noch die Schmerzen und jeglicher Leidensdruck genommen werden. Der Arzt war voller Hochachtung vor ihrem einzigartigen Kampf, dem wir zu verdanken haben, überhaupt soweit gekommen zu sein.
Tanja darf sich jetzt endlich von den unendlichen Strapazen dieses Kampfes, der sie ungeheuer viel Kraft gekostet hat, ausruhen. Sie hat sehr viel ausgehalten, um ihre Familie und Freunde nicht mit ihren Problemen zu belasten, uns keine Lebesqualität zu nehmen. Das müssen und wollen wir ihr nun zurückgeben.
Sascha kam sofort aus Leipzig, als er von der Situation erfuhr. Seitdem sind wird rund um die Uhr mit ihr zusammen. So grotesk das an dieser Stelle auch klingen mag: Wir alle und besonders Tanja genießen dieses enge Beisammensein. Sie strömt eine unendliche Zufriedenheit und Glückseligkeit aus, der man sich nicht entziehen kann. Sie küßt und streichelt uns und ist so dankbar für jeden Handgriff, den wir ihr angedeihen lassen. Wir betrachten unsere alten Fotos, freuen uns über die schöne Zeit, die wir miteinander verleben dürfen.
Nach ihrer langen Durststrecke darf sie nun auch endlich wieder trinken und das tut sie ausgiebig. Wir sind nur am Einschenken. Sie hat sich zig Sorten Saft von uns kaufen lassen und die probiert sie nun, mit Sprudelwasser versetzt von rechts nach links und links nach rechts ...
Damit ich es für heute bewenden lassen und werde zurück ins Krankenhaus fahren. Ich hatte es eigentlich nur verlassen, um mich nach Mitteln und Wegen zu erkundigen, das Visum von Tanjas Mutti, das erst ab 04.06.08 gültig ist, ändern zu lassen. Mal sehen, ob die Bürokratie ein Herz hat.
Liebe Freunde, es wird ernst. Den lockeren Tonfall der vorangegangenen Einträge werde ich nicht länger durchhalten. Gestern hat sich unsere Situation dramatisch verändert. Bei der morgendlichen Visite wurde die Tür geschlossen und die ganze bittere Wahrheit verkündet. Tanja ist auf der Zielgeraden. Es können ihr jetzt nur noch die Schmerzen und jeglicher Leidensdruck genommen werden. Der Arzt war voller Hochachtung vor ihrem einzigartigen Kampf, dem wir zu verdanken haben, überhaupt soweit gekommen zu sein.
Tanja darf sich jetzt endlich von den unendlichen Strapazen dieses Kampfes, der sie ungeheuer viel Kraft gekostet hat, ausruhen. Sie hat sehr viel ausgehalten, um ihre Familie und Freunde nicht mit ihren Problemen zu belasten, uns keine Lebesqualität zu nehmen. Das müssen und wollen wir ihr nun zurückgeben.
Sascha kam sofort aus Leipzig, als er von der Situation erfuhr. Seitdem sind wird rund um die Uhr mit ihr zusammen. So grotesk das an dieser Stelle auch klingen mag: Wir alle und besonders Tanja genießen dieses enge Beisammensein. Sie strömt eine unendliche Zufriedenheit und Glückseligkeit aus, der man sich nicht entziehen kann. Sie küßt und streichelt uns und ist so dankbar für jeden Handgriff, den wir ihr angedeihen lassen. Wir betrachten unsere alten Fotos, freuen uns über die schöne Zeit, die wir miteinander verleben dürfen.
Nach ihrer langen Durststrecke darf sie nun auch endlich wieder trinken und das tut sie ausgiebig. Wir sind nur am Einschenken. Sie hat sich zig Sorten Saft von uns kaufen lassen und die probiert sie nun, mit Sprudelwasser versetzt von rechts nach links und links nach rechts ...
Damit ich es für heute bewenden lassen und werde zurück ins Krankenhaus fahren. Ich hatte es eigentlich nur verlassen, um mich nach Mitteln und Wegen zu erkundigen, das Visum von Tanjas Mutti, das erst ab 04.06.08 gültig ist, ändern zu lassen. Mal sehen, ob die Bürokratie ein Herz hat.
Donnerstag, 29. Mai 2008
und täglich grüßt das Murmeltier
29.Mai 2008
Warum nur mußte ich an diesen Film denken, als ich vorhin aus dem Krankenhaus kam, in dem meine Tanja schon wieder wie ein Häufchen Unglück an den Infusionsständer geklemmt ist?
Wer jetzt ungläubig auf den Kalender schaut, liegt leider richtig mit seiner Vermutung. Auch diesen Urlaub haben wir nicht planmäßig zu Ende gebracht. Trotzdem wir uns so gut vorbereitet und abgesichert hatten, waren ihre Brechattacken nicht zu beherrschen und führten zu einer massiven Dehydrierung. Nachdem wir ihrem Onkologen zunächst zumuten wollten, uns am Telefon Nothilfemaßnahmen zu empfehlen, mußten wir dann die Absurdität dieses Ansinnens eingestehen und machten uns schleunigst auf den Heimweg. Dieser gestaltete sich wirklich zum Horrortrip. Tanja saß zusammengekauert auf dem Beifahrersitz und goß sich Wasser in den Mund, um wenigstens den ausgetrockneten Rachen etwas zu befeuchten. In den Pausen dazwischen mußte sie sich fortwährend übergeben. Sie bestand darauf, ohne anzuhalten, unverzüglich ins Harzklinikum gebracht zu werden. Trotz zweier Staus und anfangs dichtem Berufsverkehr bewältigten wir die Strecke in Rekordzeit. (An die Kollegen in Flensburg: Falls Ihr uns fotografiert haben solltet, laßt bitte Gnade vor Recht ergehen). Gottseidank war ich schneller als der Erlkönig.
In Wernigerode war es dann mit ihrer Selbstbeherrschung vorbei und noch auf dem Parkplatz brach sie zusammen. Nun war die Hilfe aber schon in unmittelbarer Nähe und obwohl es mir viel zu lange vorkam, bis man sich ihrer annahm, und mich die erste Frage nach ihrer Chipkarte fast die Nerven kostete, ging es dann fachkundig zur Sache. Die folgende Nacht hat Tanja zwar immer noch schlaflos und von weiteren Brechanfällen gequält, verlebt, aber heute früh sah man ihr an, daß die Flüssigkeitsspeicher wieder etwas gefüllt waren.
Um solchen Mißgeschicken künftig aus dem Wege zu gehen, hat man ihr heute eine Sonde in den Magen gepflanzt, durch die der Mageninhalt abgeführt werden kann, da der Zwölffingerdarm offensichtlich undurchlässig geworden ist.
Ja, so in etwa muß ich antworten, wenn jemand danach fragen sollte, wie denn der Urlaub gewesen sein...
Aber wir hatten auch ein paar schöne Stunden. Für Tanja war es deshalb so wichtig, daß wir die Reise antraten, weil es ihr Geburtstagsgeschenk für mich gewesen war. Sie hatte sich in Unkosten gestürzt und mir eine Laufwoche beim Laufguru Wessinghage spendiert. Aus den ersten Veranstaltungen habe ich auch viel Interessantes aufnehmen können und Tanja war selig, mir diese Überraschung bereitet zu haben. Bis auf einen kurzen Spaziergang hat sie die gute Seeluft allerdings nur durch das offene Hotelzimmer geatmet. Trotzdem hat sie mir regelmäßig beteuert, wie gut ihr die Luftveränderung bekäme und daß sie nur heute noch ein klein wenig ausruhen wolle, um dann morgen mit frischer Kraft ebenfalls etwas für ihre Fitneß zu tun.
Soweit der Rückblick. Jetzt wird wieder nach vorn geschaut!
Warum nur mußte ich an diesen Film denken, als ich vorhin aus dem Krankenhaus kam, in dem meine Tanja schon wieder wie ein Häufchen Unglück an den Infusionsständer geklemmt ist?
Wer jetzt ungläubig auf den Kalender schaut, liegt leider richtig mit seiner Vermutung. Auch diesen Urlaub haben wir nicht planmäßig zu Ende gebracht. Trotzdem wir uns so gut vorbereitet und abgesichert hatten, waren ihre Brechattacken nicht zu beherrschen und führten zu einer massiven Dehydrierung. Nachdem wir ihrem Onkologen zunächst zumuten wollten, uns am Telefon Nothilfemaßnahmen zu empfehlen, mußten wir dann die Absurdität dieses Ansinnens eingestehen und machten uns schleunigst auf den Heimweg. Dieser gestaltete sich wirklich zum Horrortrip. Tanja saß zusammengekauert auf dem Beifahrersitz und goß sich Wasser in den Mund, um wenigstens den ausgetrockneten Rachen etwas zu befeuchten. In den Pausen dazwischen mußte sie sich fortwährend übergeben. Sie bestand darauf, ohne anzuhalten, unverzüglich ins Harzklinikum gebracht zu werden. Trotz zweier Staus und anfangs dichtem Berufsverkehr bewältigten wir die Strecke in Rekordzeit. (An die Kollegen in Flensburg: Falls Ihr uns fotografiert haben solltet, laßt bitte Gnade vor Recht ergehen). Gottseidank war ich schneller als der Erlkönig.
In Wernigerode war es dann mit ihrer Selbstbeherrschung vorbei und noch auf dem Parkplatz brach sie zusammen. Nun war die Hilfe aber schon in unmittelbarer Nähe und obwohl es mir viel zu lange vorkam, bis man sich ihrer annahm, und mich die erste Frage nach ihrer Chipkarte fast die Nerven kostete, ging es dann fachkundig zur Sache. Die folgende Nacht hat Tanja zwar immer noch schlaflos und von weiteren Brechanfällen gequält, verlebt, aber heute früh sah man ihr an, daß die Flüssigkeitsspeicher wieder etwas gefüllt waren.
Um solchen Mißgeschicken künftig aus dem Wege zu gehen, hat man ihr heute eine Sonde in den Magen gepflanzt, durch die der Mageninhalt abgeführt werden kann, da der Zwölffingerdarm offensichtlich undurchlässig geworden ist.
Ja, so in etwa muß ich antworten, wenn jemand danach fragen sollte, wie denn der Urlaub gewesen sein...
Aber wir hatten auch ein paar schöne Stunden. Für Tanja war es deshalb so wichtig, daß wir die Reise antraten, weil es ihr Geburtstagsgeschenk für mich gewesen war. Sie hatte sich in Unkosten gestürzt und mir eine Laufwoche beim Laufguru Wessinghage spendiert. Aus den ersten Veranstaltungen habe ich auch viel Interessantes aufnehmen können und Tanja war selig, mir diese Überraschung bereitet zu haben. Bis auf einen kurzen Spaziergang hat sie die gute Seeluft allerdings nur durch das offene Hotelzimmer geatmet. Trotzdem hat sie mir regelmäßig beteuert, wie gut ihr die Luftveränderung bekäme und daß sie nur heute noch ein klein wenig ausruhen wolle, um dann morgen mit frischer Kraft ebenfalls etwas für ihre Fitneß zu tun.
Soweit der Rückblick. Jetzt wird wieder nach vorn geschaut!
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